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Eine Reise durch Ostbayerns Kultur- und Industriegeschichte

Die "Bayerische Eisenstraße" ist eine der geschichtsträchtigsten  Ferienstraßen der Bundes-republik Deutschland. Auf 120 Kilometern Länge reihen sich zahlreiche Industriedenkmäler aus mehreren Jahrhunderten. Die Bayerische Eisenstraße ist aber mehr als eine Ferienstraße. Sie verbindet das Industrie- mit dem Kulturdenkmal.
  

Die Bayerische Eisenstraße verläuft von Pegnitz im Norden nach Regensburg im Süden. Sie verbindet die einstigen Eisenzentren Ostbayerns, die Reviere Pegnitz, Auerbach, Sulzbach-Rosenberg und Amberg. Ab Amberg wird diese an historische Altstraßen an-knüpfende Route zur Wasserstraße: Der Wasserweg auf Vils und Naab von Amberg über Schmidmühlen nach Regensburg an der Donau ist ein Kernbereich des Projekts Bayerische Eisenstraße. Als im Laufe des 13. Jahrhunderts die Wasserkraft der Flüsse genutzt wurde, um Blasbälge und schwere Hämmer für die frühen Eisenhütten anzutreiben, begann der Aufstieg dieser Region zu einem europäischen Eisenzentrum. Von Amberg und Sulzbach aus gin-gen Halbfertigprodukte, "Halbzeug", per Achse
nach Nürnberg und per Schiff zum Umschlagplatz Regensburg.

Von hier aus wurden die Güter zu den Eisenmärkten transportiert - donauaufwärts nach Ulm und donau-abwärts nach Österreich. Für die vielen eisenver-arbeitenden Handwerkszweige vom Blechschmied bis zum Plattner, vom Nagelschmied bis zum Werk-zeugschlosser, war das Oberpfälzer Eisen die Rohstoffgrundlage. Die Blütezeit reichte bis zum Ausbruch des 30jährigen Krieges. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es - in Verbindung mit dem Eisenbahnbau - zu einem neuen Aufschwung. Bis 2002 befand sich mit der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg, die einst auf heimischer Erzbasis aufbaute, das größte süddeutsche Eisenwerk in der Oberpfalz. In der Luitpoldhütte schließlich wurde die mehrhundertjährige Eisentradition Ambergs fortgesetzt. Und: die fast 200 Jahre alte Gießerei Carolinenhütte bei Rohrbach ist eine der ältesten Privatgießereien Bayerns, die sich bis heute in einer Marktnische behauptet.

Zahlreiche kultur- und technikgeschichtlich wertvolle Bauten sind Zeugen der durch das Eisen geprägten Vergangenheit: Erlebbar gemachte Montangeschichte - sowohl für eilige Besucher als auch für solche, die etwas mehr Zeit haben. Ob Schachtanlage oder Hammerwerk, ob Gewerkenhaus oder Arbeitersied-lung, ob Hammerherrenschloss oder Kloster, ob Kirche oder Rathaus, sie alle sind steingewordene Dokumente, die nun auf der Bayerischen Eisenstraße dem Betrachter erschlossen werden. Sie stehen nicht, wie bisher, isoliert da, die Bayerische Eisen-straße rückt sie in den geschichtlichen Zusam-menhang. Nur so, durch sinnvolle Aufschlüsselung des Erbes der Vergangenheit, kann Geschichte zum prägenden Erlebnis werden.

Die Bayerische Eisenstraße ist aber auch Teil der Europäischen Eisenstraße. Der Arbeitskreis "Europäische Eisenstraße" im Montanhistorischen Verein Österreich ist für die Organisation federführend. Diese Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertretern aus Österreich, Ungarn, Polen, Rumänien, Slowenien, Slowakei, Italien und Deutschland zusammen. Der Europarat hat dieses Projekt als "Kulturweg des Eisens in Europa" anerkannt.