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Tour 4 - Wo unsere Vorfahren einst hausten

Wo unsere Vorfahren einst hausten – Um die Hainsburg bei Illschwang

Diese kurze Wanderung verläuft vor allem im Wald und ist daher auch an heißeren Tagen empfehlenswert.

Die Hainsburg bei Illschwang ist ein großer, langgestreckter Dolomitstock im Buchenmischwald. Bereits 1928 beschrieb Anton Dollacker sie als Perle des Sulzbacher Birglandes.

Illschwang liegt in einem malerischen Trockental und ist von bewaldeten Bergkuppen umgeben. Das Wahrzeichen des Ortes, die ursprünglich romanische St. Veitskirche ist eine Simultankirche. Eine Wehrmauer umrahmt das Gebäude und den alten Friedhof.

An der Straßenkreuzung nach Schöpfendorf, am südlichen Ortsrand von Illschwang, führt ein mit Nr. 10 markierter Wanderweg in den Wald und um die Hainsburg. Bis zum letzten Anstieg auf halber Strecke weist diese Nummer den Weg. Über die Wegemarkierung Nr. 25 gelangt man zur Nr. 14 und wieder nach Illschwang zurück.

Der Weg zwischen Buchen, Kiefern, Fichten, vereinzelten alten Lärchen, Akeleien, Maiglöckchen, Einbeeren und Orchideen steigt etwas an. Zunächst kommt man am Kalmusfelsen vorbei, einem ehemaligen Schwammriff (1). Im Dolomitgestein sind lagenweise Hornsteinknollen zu erkennen. Früher haben hier nach der Überlieferung Illschwan-ger Förster Kalmus angepflanzt, um aus den Wurzeln Schnaps herzustellen. Unterhalb des Kalmusfelsens fand man Schlackenhalden und Erzpingen. Auch hier wurde in den Karsthohlformen nach Eisenerz gegraben, vermutlich schon in vorgeschichtlicher Zeit. in der langgestreckten Nordwestwand der Anhöhe sind mehrere interessante Höhlentypen, wie Spaltenhöhle, Abri (Halbhöhle) und kreisrunde Auswaschungen zu erkennen.

Ein kurzes Stück geht es steil bergauf. Bald ist das großes Holzkreuz auf dem Plateau der Hainsburg erreicht. Ein Förster aus Illschwang errichtete das Kreuz aufgrund eines Gelübdes, das er 1832 bei der “bayerischen Expedition” nach Griechenland ablegte.

Die Wanderung führt links die steinerne Treppe hinunter und am Osterloch vorbei (2). In dieser Höhle fand man Spuren, die auf menschliche Bewohner aus der Urnenfelder-, Hallstatt- und Latènezeit hinweisen. Die Fundstücke werden im Stadtmuseum Regensburg gezeigt. Die Höhle zählt mit etwa 52 m Länge und bis 15 m Breite zur größten in der näheren Umgebung. Sie zeigt starke Sinterbildung. Früher wurde die Höhle als Bierkeller genutzt.

Auf der Hainsburg standen mindestens 2 Fliehburgen, vermutlich aus dem frühen Mittelalter. Darauf weisen Hügelgräber und Ringwallreste hin, die inzwischen kaum mehr im Gelände zu erkennen sind. Der Wanderweg
Nr. 10 verläuft auf dem hohen Plateau der Hainsburg, an alten Douglasien vorbei und zweigt an der nächsten Kreuzung links ab. Der Weg verläuft nun leicht bergab und kreuzt einen gut ausgebauten Forstweg.

Nach dem Verlassen des Waldes kommt man an einer schlehenreichen Hecke vorbei. Am Wegrand blühen Margeriten, Johanniskraut, Wiesen-Glockenblume, Wiesen-Knautie und nach Zitrone duftender Thymian. Geradeaus weiter, über die Forststraße, führt der Weg erst leicht bergab und bald darauf an einem blütenreichen Magerrasen entlang. Hier gedeihen z.B. Sonnenröschen, Karthäuser-Nelke, Silberdistel, Wiesen-Salbei, Schopfige Kreuzblume, Deutscher und Gefranster Enzian und Zittergras. In der Übergangszone zum Wald wachsen geschützte, duftende Orchideen, wie Große Händelwurz oder Mücken-Handwurz, Rotbraune Sitter und Frauenschuh.

Bergauf, unterhalb der Stromleitung, verlässt man die Nr. 10 und biegt nach links auf die Nr. 25 ab. In diesem Bereich besteht der Untergrund nicht mehr aus Frankendolomit, wie im überwiegenden Teil dieser kurzen Wanderung, sondern aus plattigen Schichtkalken des mittleren Malm. Ein Lesesteinriegel aus weißen Kalksteinen im Wald deutet auf den früheren Feldbau hin. Die Ablagerungen im Talbereich von Illschwang entstanden in der Oberkreide.

Nach etwa hundert Metern führt die Tour über die Straße nach Illschwang, über eine blütenreichen Böschung mit Schwalbenwurz, Salbei, Pfirsichblättriger Glockenblume und Margerite wieder in den Wald. Dort hält man sich leicht rechts und folgt der Markierung Nr. 14 zurück nach Illschwang. Im Wald liegen viele Steinwälle (3). Bei den meisten handelt es sich um alte Lesesteinhaufen und Feldgrenzen. Der Ackerbau dürfte hier jedoch schon eine Weile zurückliegen, denn eine Karte zeichnet dieses Gebiet bereits Anfang des 19. Jahrhunderts als Waldgebiet aus. Vereinzelt können auch Hügelgräber vorkommen, die als Boden- und Kulturdenkmal geschützt sind. Der Unterschied zwischen Hügelgrab und Lesesteinhaufen ist selbst für Experten nicht immer leicht zu erkennen.

Leicht bergab durch den Wald und an Wiesen vorbei ist nach kurzer Zeit der Ausgangspunkt wieder erreicht. Hier kann man sich über die aufgegebene Hopfenkultur informieren. Noch bis in die 1930er Jahre wurde um Illschwang Hopfen angebaut. Heute wächst wieder Hopfen neben vielen anderen Blumen in einem kleinen Erinnerungsgarten am Ortsrand von Illschwang.

Start und Ziel: Illschwang

Anfahrt: A 6, Ausfahrt Sulzbach-Rosenberg

Länge und Dauer: 5 km, 1,5 Stunden

Markierung: Nr. 10, kurzes Stück Nr. 25 und Nr. 14

Einkehrmöglichkeiten: Illschwang

Tipp: Freibad in Illschwang

Karten: Wanderkarte des Landkreises Amberg-Sulzbach, 1:50.000; Fritsch-Wanderkarte Nr. 73: Naturpark Hessenreuther und Manteler Wald, 1:50.000