amberg.de
     INFOS
     ORTE
     TOUREN
     SEHENSWERTES
     GASTHÖFE/HOTELS
amberg.de
Druckversion Druckversion

SUCHE
 

KONTAKT

LINKS
Tour 13 - Höhlentour zwischen Neukirchen und Sulzbach-Rosenberg

Start dieser abwechslungsreichen Wanderung durch Wald und Flur, vorbei an Felsmassiven und vielen Höhlen, ist am Bahnhof in Neukirchen. Dieser Bahnhof war früher als Umschlagplatz für Farberde bekannt. In der geologischen Karte sind im Großraum von Neukirchen bis Königstein etwa 100 ehemalige Farberdegruben eingetragen. Im Gelände ist davon heute kaum mehr etwas zu sehen.

Bis zur Bahnunterführung bei Niederricht ist der Weg mit rotem Streifen markiert und Teilstück des östlichen Albrandweges, dessen Fortsetzung in der Tour Nr. 16 beschrieben wird.

        
 
Zunächst geht es geradeaus durch den Ort Neukirchen, entlang der Bahnhof-, Haupt- und Peilsteiner Straße. Am Ortsende führt die Wanderung nach einer Maschinenhalle links auf einen Feldweg. Bald kommt man in einen artenreichen Buchenmischwald mit Kiefern, Fichten und jungen Ahornbäumen. Hier blühen Schwalbenwurz, Frühlings-Platterbse, Akeleien und Orchideen. Der Weg zum Hartenfels teilt sich auf in eine steile, kurze oder etwas längere, weniger ansteigende Variante. Kurz vor dem steil herausragenden Felsplateau wird der innere Graben einer ehemaligen Burganlage aus dem 13. Jahrhundert überquert.

Am Aussichtsfelsen (1) angekommen, weist ein Schild auf die erklommenen Höhenmeter hin: 531 m. Der wunderbare Ausblick auf Neukirchen und die märchenhaft wirkenden Bergkuppen der Frankenalb belohnen für die vorangegangene Mühe. Bei den Felsen aus Riffdolomit wachsen viele Pflanzenarten, die häufig im Kalkmagerrasen vorkommen, wie Karthäuser-Nelke, Thymian, Wundklee, Frühlings-Fingerkraut, Kleine Bibernelle und Feld-Beifuß.

Unterhalb des Hartenfels befindet sich das etwas schwer zugängliche “Franzosenloch”. Der Name rührt von französischen Truppen, die 1796 in der Nähe lagerten. Am Waldrand zweigt rechts ein Trampelpfad zu dieser Höhle ab, in der Knochenreste eines Höhlenbären gefunden wurden.

Nach dem Ort Peilstein weist ein Schild nach links über einen Wiesenweg zur eindrucksvollen Geiskirche, einer Felsenhalle (2).

Danach folgen im Riffdolomit noch drei weitere, kleine Höhlen, das Gaisbrünnl oder Gaisbrunnen, die Bettelmannsküche und das Bärenloch. Alle vier Höhlen befinden sich am Nordhang des Lenzenberges. Um 1925 hat sich zeitweise Babette Hauser, auch “Felsenbärbl” oder “Talweibel” genannt, in den Höhlen aufgehalten. Der weiß-rot-weiß markierte Wanderweg verläuft unterhalb dieser Felswand im Wald. Der Rundweg Nr. 3 führt als Felsen- und Höhlensteig über und zwischen Felsen hindurch, an den Höhlen vorbei und trifft nach etwa 500 m wieder auf die Rot-Strich-Markierung. Rechts des Weges liegt bei einer Fichtenaufforstung eine Ponordoline.

Kurz vor der Osterhöhle führt eine eine Straße am Lup-Berg vorbei. Der Name lässt sich wahrscheinlich von Luppe ableiten. Die Luppe entsteht bei der Verhüttung von Eisenerzen im Rennverfahren. Aus der Luppe gewinnt man schmiedbares Eisen. Vermutlich wurde hier nach oberflächennahem Eisenerz geschürft. Auch der Name des nahen Eisenberges bei Trondorf lässt diesen Rückschluss zu. Zwischen Trondorf und Schönlind weist die geologische Karte außerdem noch 8 ehemalige Farberdegruben aus, die teilweise bis zum Zweiten Weltkrieg betrieben wurden.

Bei der Osterhöhle beginnt ein Rundwanderweg mit naturkundlichen Hinweisen, markiert mit dem Habichtssymbol. Dieser Weg läuft etwa 300 m parallel zur Markierung unserer Wanderroute. Tafeln informieren über Geologie, Flora und Fauna.

Die Osterhöhle ist eine der großen Schauhöhlen der Oberpfalz (3). Sie liegt am Osterberg und wird mit der germanischen Göttin des aufsteigenden Lichts “Ostara” in Zusammenhang gebracht. Der Eingang, der fast 200 m langen Höhle mit ausgedehnten Gängen, wird von einem überhängenden Felsdach geschützt. Besondere Funde aus der Eiszeit waren Nagetierreste vom Lemming, der Wühlmaus, dem Murmeltier, vom Pfeif- und Schneehasen. Unter dem vorgelagerten Felsdach fand man Gefäßscherben aus der Hallstattzeit (etwa 750 - 500 v. Chr).

Die Wanderroute verläuft nach dem Wald an einem Wildgehege vorbei, über Niederricht und unterquert die Bahnlinie. An der nächsten Wegekreuzung am Waldrand wird die Markierung mit dem roten Streifen verlassen. Weiter geht es mit dem Rundweg Nr. 4, der nach rechts abbiegt. Nach Stephansricht überquert man die B 14. Am Industriegebiet von Kauerhof führt die Wanderung geradeaus weiter, entlang der Nr. 4, durch ein Trockental und über den Sternstein nach Sulzbach-Rosenberg.

Der Sternstein stellt ein großes Felsenmassiv mit Höhlen dar, das von Mischwald bedeckt ist (4). Geologisch gesehen ist diese Felsformation ein dolomitisiertes Schwammriff aus dem oberen Jura.

Der Weg führt an blütenreichen Kalkmagerrasen vorbei. Karthäuser-Nelke, Klappertopf, Johanniskraut, Wilde Möhre, Sonnenröschen und viele andere Pflanzen sind zu finden. Auch zahlreiche Schmetterlingsarten können beobachtet werden, wie Schwalbenschwanz und Schachbrettfalter. Von Sulzbach-Rosenberg sind schon von weitem die zwei Kirchtürme, das Schloss und die Wallfahrtskirche am Annaberg zu erkennen.

Nach der Unterquerung der B 85 am Stadtrand verläuft die Wanderstrecke bis über die Eisenbahnbrücke. Hier führt auch der Fünf-Flüsse-Radweg entlang.

Nach der Brücke biegt man rechts ab und erreicht in wenigen Minuten den Bahnhof von Sulzbach-Rosenberg.

Start: Neukirchen

Ziel: Sulzbach-Rosenberg

Anfahrt: Mit Bahn (VGN-Bereich); mit Pkw über B 14, Abzweig bei Haid

Länge und Dauer: 13 km, 3 Stunden

Markierung: Bis zur Bahnunterführung nach Niederricht roter Streifen, danach bis zum Sulzbacher Bahnhof Rundweg Nr. 4

Einkehrmöglichkeiten: Neukirchen, Osterhöhle (Waldgaststätte bewirtschaftet am Wochenende und an Feiertagen von Ostern bis zum letzten Oktoberwochenende), Sulzbach-Rosenberg

Tipp: Osterhöhle (Tel. 09663/1718); Rundwanderwege um Neukirchen; Stadtmuseum in Sulzbach-Rosenberg, Di-So 9-12 Uhr, 13.30 - 16 Uhr (Tel.: 09661/510131)

Karten: Wanderkarte des Landkreises Amberg-Sulzbach, 1:50.000, Kompass-Wanderkarte Nr. 172: Hersbrucker Land in der Frankenalb, 1:50.000