amberg.de
     INFOS
     ORTE
     TOUREN
     SEHENSWERTES
     GASTHÖFE/HOTELS
amberg.de
Druckversion Druckversion

SUCHE
 

KONTAKT

LINKS
Tour 15 - Durch Täler und über Höhen

Die beiden Radtouren führen an markanten Dolomitfelsen vorbei über Ammerthal nach Illschwang. Bei der kürzeren Strecke fährt man in einem südlichen Bogen nach Amberg zurück. Die längere Variante hat einen nördlichen Verlauf.

Kürzere, 32 km-Radtour:

Vom Amberger Bahnhof fährt man um den Altstadtring im Stadtgraben oder über den Marktplatz in Richtung Nürnberg zur B 85. Am westlichen Stadtrand führt der Kaiser-Wilhelm-Ring in die Sechser Straße. Etwa auf der höhe der Fachhochschule biegt man nach rechts in die Kastler Straße ab. An der nächsten Ampel verläuft die Radtour geradeaus, dann nach links in die Gerberstraße und wieder rechts in den Ammerthaler Weg. Bis Illschwang kann man sich an dem ausgeschilderten Radweg Nr. 8 orientieren. Dieser verläuft in der Talaue des Ammerbaches durch den früheren Standortübungsplatz Fuchsstein. Auf der rechten Seite ragen große Felsen aus der Wiese. Der Große Haselknock sowie der Kreuzstein sind schöne Beispiele von kuppelförmigen, dolomitisierten Schwammriffen (1). Diese markanten Dolomitfelsen stehen unter Naturschutz.

 

An ehemaligen Mühlen vorbei, führt die Radtour nach Ammerthal. Hier wurden zwei Ortsfriedhöfe aus der karolingisch-ottonischen Zeit gefunden, ähnlich den Ortsfriedhöfen in Theuern. Der Hauptort wird von zwei Kirchen überragt und liegt an einem steilen Hang über dem Ammerbachtal.

Beweise für eine sehr frühe Verhüttung von Eisenerz lieferte die ehemalige Burg Ammerthal, genannt Amardela. Die Erbauer dieser schon 1003 zerstörten Burg verwendeten Eisenschlacke als Füllmaterial für die Fundamente.

Der Ortsname leitet sich aus der Tallage am Ammerbach ab. Ursprünglich hieß der Bach nur “Ammer”. Der Name geht vermutlich auf die Kelten zurück.

Nach dem Sportplatz kann man rechts einen kurzen Abstecher ins Pürschläger Tal machen. Dieses Trockental ist Beispiel eier typischen Karsterscheinung in der Frankenalb. Man spricht auch von Hungerbrunnen, Kriegsbächen oder “Böse Brunnen”, da laut Überlieferung immer zu Kriegszeiten Wasser fließt. Das Pürschläger Tal führt nur zeitweise Wasser, je nach Karstwasserstand, der von den Niederschlägen abhängt. Nach 10 Jahren verschwand der Bach 1993. Ein Graben, der von hohen Erlen und Weiden gesäumt ist, zeichnet den Bachverlauf nach.

Die Radtour führt nun bergauf nach Hermannsberg. Durch Schöpfendorf und an der Hainsburg vorbei radelnd, wird bald darauf Illschwang erreicht. In dem schön gelegenen Ort befindet sich ein kleiner Hopfengarten. Eine Tafel gibt Erläuterungen zum Hopfenanbau, der bis 1934 erfolgte.

Im Auf und Ab über Reichertsfeld und Ritzenfeld führt die Tour direkt am Götzendorfer Steinbruch vorbei. Hier wird Dolomit abgebaut (2). Gut erkennbar sind die mit rötlichem Material verfüllten Karstspalten im Gestein. In Götzendorf fährt man an der Kirche vorbei und bergauf nach Kotzheim.

Kurz vor Oberhof zweigt links im Wald ein markierter Wanderweg ab, in dessen Nähe sich Reste eines früheren Befestigungswalls befinden. 1702 wurde mit dem Bau dieser Befestigung begonnen, um sich im Spanischen Erbfolgekrieg gegen die Österreicher zu schützen (3). Der Wall stellte jedoch kein großes Hin- dernis dar. Bis 1714 blieb Bayern von den Österreichern besetzt. Im Wald ist eine geschlossene Schanze mit umlaufendem Graben zu erkennen, eine sogenannte Redoute. Bei Weiherzant ist nochmals ein Abstecher zum Befestigungswall möglich. In der Rechtskurve zweigt eine Straße in Richtung Ammerthal ab. Nach etwa 1 km stößt man auf einen markierten Wanderweg, der links der Straße über eine Wiese in den Wald führt. An dieser Stelle sind deutliche Reste des Walls zu sehen.

Wieder in Weiherzant fällt am östlichen Ortsende rechter Hand eine Gehölzgruppe mit Eichen, Weiden und Holunder mitten in einer Wiese auf. Hier verbirgt sich ein Doline, die etwa 5 m tief und kreisförmig eingebrochen ist (4). Das Rad läuft jetzt fast ständig bergab nach Amberg zurück.

Längere, 40-km-Tour:

Bis Ammerthal gilt die Wegebeschreibung der kürzeren Tour. Von Ammerthal aus radelt man über Götzendorf nach illschwang. Die Verbindungsstrecke zwischen Schweppermann- und Fünf-Flüsse-Radweg führt bis Sulzbach-Rosenberg. Achtung! Nach Stifterslohe muss die B 85 überquert werden.

Im Breitenbrunner Tal gibt es zahlreiche Quellen. Eine Karst-quelle am Fuß eines Dolomitfelsen wird als “Sieben Quellen” bezeichnet (5). Aufgrund ihrer starken Schüttung gilt sie als Hauptquelle für den Breitenbrunner Bach, der auch Mühl- oder Spitzerbach genannt wird. Genau sieben Quellen sind in diesem Tal in der geologischen Karte eingetragen.

Durch das schmale Breitenbrunner Tal mit seinen mächtigen Dolomitfelsen, die teilweise stark ausgewaschen wurden, kommt man entlang des ausgeschilderten Verbindungsradweges an der Maxhütte vorbei. An der großen Straßenkreuzung führt der Fünf-Flüsse-Radweg rechts nach Amberg zurück.

Entlang der Strecke erhebt sich der Höhenzug zwischen Sulzbach-Rosenberg und Amberg. Im Bereich des Höhenrückens befanden sich die reichen Erzlagerstätten (siehe Tour 16). Der Steilhang am Nordrand dieser Erhebung wird vom verhältnismäßig harten Rhätsandstein gebildet. Zum Tal hin folgen die tonigen Schichten des Feuerlettens. Ein artenreicher Laubmischwald bedeckt den gesamten Hang. Der Südhang dagegen fällt flach ab und ist von Kreideablagerungen überdeckt. Stellenweise verweisen weiße Kalksteine auf den Malm. Die Kuppe wird von Eisensandstein gebildet. Die Radstrecke verläuft auf den Ablagerungen des Burgsandsteins aus dem oberen Keuper. Kurz vor Witzlhof weisen Terrassenschotter auf den alten, höher gelegenen Verlauf der Vils hin.

In Amberg radelt man an der Luitpoldhütte vorbei. Hinter dem Gebäude der Druckerei Frischmann verbirgt sich der ehemalige Zugang zum Theresienstollen (Industriedenkmal). 1964 wurde hier die letzte Schicht gefahren. Damit endete die etwa tausendjährige Geschichte des Eisenerzabbaus in Amberg (siehe Tour 16). Unterhalb des Erzberges führt der Fünf-Flüsse-Radweg zum Amberger Bahnhof zurück.

Es lohnt sich auf jeden Fall noch ein Abstecher in die Amberger Altstadt. Viele Kulturdenkmäler und die starke Befestigungsanlage mit einst 97 Türmen zeugen vom Reichtum der alten Eisenstadt.

Start und Ziel: Bahnhof Amberg

Anfahrt: mit Bahn (VGN-Bereich); mit Pkw über B 85, B 299 oder A 6

Länge und Dauer: 32 km und 40 km, Halbtages- bis Tagestour

Einkehrmöglichkeiten: Amberg, Ammerthal, Illschwang, Götzendorf

Tipp: Freibad in Illschwang; 40 km-Tour auch ab Sulzbach-Rosenberg möglich

Karten: Radwanderkarte des Landkreises Amberg-Sulzbach, 1:50.000; Freizeitkarte des Landkreises Amberg-Sulzbach, 1:75.000