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Tour 16 - Auf den Spuren des Erzbergbaus von Sulzbach-Rosenberg nach Amberg

Diese Wanderung führt über die ehemals größten Erzlagerstätten der Oberpfalz auf dem Höhenzug zwischen Amberg und Sulzbach. Das Eisenerz ist hier entlang einer Störungslinie – der Amberg-Sulzbacher-Störungszone – angereichert worden. Der Erzbergbau beider Städte dürfte auf eine mehr als 1000-jährige Vergangenheit zurückblicken. Schriftlich belegt ist der Sulzbacher Bergbau seit 1305, der Amberger Bergbau hingegen bereits seit 1285. Einen kurzen Einblick in die Montangeschichte gibt das vorhergehende Kapitel “Oberpfälzer Eisen”.

Vom Bahnhof in Sulzbach-Rosenberg folgt man immer der Markierung weiß-rot-weiß bis zum Amberger Bahnhof. Dieser Wanderweg ist eine Teilstrecke des östlichen Albrandweges, der bei Lichtenfels startet und bis nach Regensburg führt. Leider ist er nicht immer gut markiert.

Über die Bahnhofstraße, Heinrich-Böll-Straße, nach der Bahnunterführung links in die Goethestraße, und die Uhlandstraße gelangt man bergauf zum Loderhof. Der markierte Wanderweg führt nach dem Wald am Katzenberg zunächst zu den Sieben Quellen (1). Hier im Spitzerbachtal mit vielen Sumpfdotterblumen kommen Wasseramsel und Eisvogel vor.

         

Über Breitenbrunn führt der Wanderweg zum Maxhüttengelände (2). In der Nähe der Hochofenpforte trifft man auf den mit Schlägel und Eisen markierten Sulzbacher Bergbaupfad, der ein Stück mit unserem Wanderweg parallel läuft. Rechter Hand ragt der Schlackenberg der Maxhütte auf. Nach dem Wald biegt der Wanderweg links ab auf einen Feldweg zum Eichelberg (3). Der Name besteht nicht zu Unrecht, denn hier gibt es viele Eichen.

Der Eichelberg hatte für die Maxhütte eine ganz andere Bedeutung. 1977 wurde hier der letzte Schacht verfüllt und damit fand der Bergbau in Sulzbach-Rosenberg sein Ende. Eisenerzvorkommen sind zwar noch vorhanden, sie lassen sich aber nicht mehr wirtschaftlich abbauen. Bemerkenswert ist, dass auch die ersten Gruben am Eichelberg bereits im Jahr 1348 nachgewiesen sind. In Sulzbach-Rosenberg wurden insgesamt etwa 25 Mio. t Eisenerz abgebaut.

Wie die Arbeit unter Tage aussah, zeigt ein Dokumentarfilm von 1936 im Stadtmuseum Sulzbach–Rosenberg.

Oberpfälzer Eisenerz bezog die Maxhütte zuletzt aus der Grube Leonie bei Auerbach, die 1987 stillgelegt wurde. Heute kommt das Eisenerz ausschließlich aus dem Ausland, wie Schweden, Brasilien und Australien. Die Bedeutung der Maxhütte in der Vergangenheit und Gegenwart zeigt die Zahl Beschäftigten: Waren es in den 60er Jahren noch über 4.600 Personen, so sank die Zahl der Belegschaft nach dem Konkurs von 1987 auf etwa 1500. Anfang des Jahres 2000 konnte ein zweiter Konkurs abgewendet werden (siehe auch Kapitel "Oberpfälzer Eisen").

Von der Anhöhe blickt man auf den Ort Siebeneichen mit seinen sieben alten Eichen. Am Waldrand befindet sich ein Teich (3). Die sogenannte Erzhülle ist eine Folgeerscheinung des Erzabbaus. Aufgrund der Erzförderung sackten die überlagernden Schich-ten bis unterhalb des Grundwasserspiegels ab, so dass der Teich entstand.

Der Wanderweg führt geradeaus weiter durch den Wald, bei Häringlohe über Wiesen leicht bergab und nach dem Ort gleich wieder auf den Höhenzug. Bis Amberg verläuft die Strecke nun auf dem Höhenkamm, der zugleich den Südrand des Hahnbacher Beckens darstellt (siehe Tour 14).

Der überwiegende Teil der Wanderung führt geologisch gesehen über Dogger beta, auch Eisensandstein genannt. Die braunen, sandigen Böden auf diesem Gestein sind eher mager, und begünstigen im Wald vor allem die Kiefer. Oberhalb von Schäflohe wird der Boden toniger und zeigt eine leicht gräuliche Farbe. Folglich wurde eine geologische Grenze überschritten und zwar vom Eisensandstein zum unterlagernden Opalinuston. Am Nordhang des Höhenzuges wächst auf diesem tonigeren Boden ein artenreicher Laubmischwald.

Ein kurzes Stück weiter können vom Herbst bis Frühjahr auf nicht bestellten Feldern eisenreiche, schwere Limonitsandsteine mit ausgeprägten Glasköpfen sowie Nadeleisenerz gefunden werden. Dies ist so ziemlich die einzige Stelle, an der die Erzformation offen zutage tritt. Solche Erze wurden früher aus den Gruben gefördert.

Nach dem Höhenweg mit wunderbarem Ausblick auf Amberg, die Mariahilfbergkirche, Hohenkemnath, Ursensollen und den Vorderen Oberpfälzer Wald, fallen im Wald rechts des Weges Geländeeinbrüche auf, die auf den Amberger Eisenerzabbau hindeuten (4). Das Gebiet liegt am ehemaligen Karlschacht, der 1921 am Erzberg errichtet wurde.

Am Amberger Erzberg wurde vermutlich schon um 900 Erz abgebaut. Lange Zeit war der Erzberg das Hauptabbaugebiet der Oberpfalz. Kleinere Vorkommen befanden sich in Gärmersdorf, Krumbach, Engelsdorf, Altenricht, Haidweiher, Penkhof und Ebermannsdorf.

Der markierte Wanderweg führt durch Laubmischwald mit vielen alten Buchen, Lärchen und Eichen bergab und trifft auf die ersten Häuser in Amberg. Folgt man der Sulzbacher Straße nach links, bietet sich die Möglichkeit, dem ehemaligen Theresienstollen (hinter der Druckerei Frischmann) einen Besuch abzustatten (5). Dieser, im Jahr 1842 errichtete, Stollen ist nach der bayerischen Königin Therese benannt. 1967 erfolgte die Stilllegung, nachdem hier ein Jahrhundert lang Eisenerz aus dem Amberger Erzberg gefördert wurde. Die Lagerstätten waren erschöpft. Damit endete auch der Amberger Bergbau nach etwa 1000-jähriger Geschichte. Dabei wurden im Amberger Gebiet insgesamt etwa 13 Mio. t Erz gefördert.

Die Wanderung führt weiter nach rechts in die Stadt durch Grünanlagen entlang der Vils, auf dem Pfalzgrafenring und über die Vils zum Bahnhof von Amberg.

Start: Bahnhof Sulzbach-Rosenberg

Ziel: Bahnhof Amberg

Anfahrt: Am besten mit Bahn (VGN-Bereich); mit Pkw über B 14 oder B 85

Länge und Dauer: 14 km, etwa 3 Stunden

Markierung: Weiß-rot-weiß, östlicher Albrandweg

Einkehrmöglichkeiten: Sulzbach-Rosenberg, Amberg, (nicht direkt am Weg Poppenricht, Karmensölden und Schäflohe)

Tipp: Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg, Di.-So. 9-12 Uhr und 13.30-16.00 Uhr, (Tel. 09661/510131); mit Schlägel und Eisen markierter Sulzbacher Bergbaupfad

Informationen: Broschüre “Sulzbacher Bergbaupfad” erhältlich für 1 € bei der Tourist-Info in Sulzbach-Rosenberg oder beim Stadtmuseum

Karte: Fritsch-Wanderkarte Nr. 73: Naturpark Hessenreuther und Manteler Wald, 1:50.000